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29. März 2017

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Das Immunsystem erwacht mit erstem Atemzug

Das Immunsystem erwacht mit erstem Atemzug© piqs.de/hecht1969

Spezielle Signalstoffe, ausgelöst durch die erstmalige Lungenentfaltung, prägen die Immunzellen der Lunge für das Leben.

Die Lunge ist eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Körperinnerem und der Außenwelt: Ihre etwa hundert Quadratmeter große Oberfläche filtert mit jedem Atemzug lebenswichtigen Sauerstoff aus der Luft. Bei Kontakt mit rund 10.000 Liter Luft pro Tag muss eine hohe Abwehrkraft vorhanden sein.
Die Wiener Forschungsgruppe um Sylvia Knapp konnte nun in Mäusen zeigen, dass es direkt nach dem ersten Atemzug zu tiefgreifenden Veränderungen in der Lunge kommt. Die Wissenschafter fanden heraus, dass die Aufblähung der Lunge beim ersten Atemzug zur Ausschüttung des Zytokins Interleukin (IL-33) führt. Dadurch werden spezielle weiße Blutkörperchen ( ILC2-Zellen) aktiviert und wandern in die Lunge ein. Dort schütten sie Interleukin-13 (IL-13) aus, das schließlich Immunzellen in den Atemwegen für ihre spezielle Aufgabe vorbereitet.

Schutz und Bedrohung
"Jetzt erst verstehen wir, dass ILC2 unmittelbar nach der Geburt wichtige Instruktionen an Alveolarmakrophagen weiterleiten, damit diese Entzündungen eindämmen und die Immunantwort drosseln, um sicherzustellen, dass die Lungen für den Gasaustausch intakt und gesund bleiben“, sagt Erstautorin Simona Saluzzo.
Dieser Mechanismus schützt zwar vor überschießenden Entzündungen, birgt jedoch auch Risiken, betont Knapp. "Wir konnten in dieser Studie zeigen, dass die von uns beschriebenen Mechanismen zwar essenziell sind, um unmittelbar nach der Geburt eine Beruhigung des Immunsystems der Lunge zu erreichen. Gleichzeitig erhöhen sie aber auch die Anfälligkeit für Infektionen wie mit Pneumokokken." Gegen Pneumokokkeninfektionen gibt es wirksame Impfstoffe.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 13.03.2017