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21. September 2017

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Flieger aus dem Drucker

Flieger aus dem Drucker© Bilderbox.com

Neue im 3D-Druck angefertigte Komponenten machen Flugzeugbau bei Boing günstiger.

Das auf additive Fertigung spezialisierte Unternehmen Norsk Titanium wird 3D-gedruckte Titan-Strukturkomponenten für Boeing fertigen. Mit dem Boeing Dreamliner soll erstmals ein kommerzielles Flugzeug mit von der US-Luftfahrtaufsicht FAA zugelassenen Titanteilen aus dem 3D-Drucker abheben. Für Boeing bedeutet das Norsk zufolge Millioneneinsparungen bei wichtigen Strukturkomponenten.
Der 3D-Druck ist in den vergangenen Jahren immer alltagstauglicher geworden. Der aktuelle Deal zwischen Boeing und Norsk ist ein Meilenstein für die additive Fertigung und die Luftfahrt. Immerhin handelt es sich bei den Titanbauteilen für den Dreamliner um kritische Strukturkomponenten für ein Passagierflugzeug. Dass Boeing tatsächlich auf 3D-gedruckte Teile setzt, ist also ein Zeichen großen Vertrauens darin, dass die additiven Fertigungstechnologien bereits weit gereift sind.

Kostenreduktion
Boeing und Norsk haben beim Design der Komponenten, die Boeing jetzt bestellt hat, eng zusammengearbeitet. Die Fertigung erfolgt mit Norsks proprietärem RPD-Verfahren (Rapid Plasma Deposition). Dabei wird Titan in Argongas zum Schmelzen gebracht und schichtweise präzise aufgetragen. Nach eingehenden Tests waren Boeing und Norsk im Februar dieses Jahres soweit, damit Komponenten für die Zertifizierung durch die FAA vorzulegen. Jetzt beginnt die kommerzielle Fertigung.
Der Zulieferer ist davon überzeugt, dass er Boeing einen massiven Kostenvorteil bringen wird, wenn bis 2018 immer mehr Komponenten gedruckt werden. "Das bedeutet mindestens zwei bis drei Millionen Dollar Einsparungen pro Dreamliner", so Chip Yates, Vice President Marketing bei Norsk Titanium. Das wäre etwa ein Prozent des Katalogpreises von 225 bis 306 Millionen Dollar.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 28.04.2017