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21. Juli 2017

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Malaria-Diagnose per Computer

Malaria-Diagnose per Computer© Bilderbox.com

Der österreichische Forscher Oliver Hayden wurde mit einer neuen Malaria-Diagnose als Finalist beim Europäischen Erfinderpreis 2017 der EPA nominiert.

Der österreichische Biochemiker Oliver Hayden darf sich Hoffnungen auf den Europäischen Erfinderpreis 2017 machen: Gemeinsam mit dem Niederländer Jan van den Boogaart hat er bei Siemens Healthineers einen computerbasierten Test für Malaria entwickelt, der die Infektion schneller und zuverlässiger als herkömmliche Verfahren erkennt.
Erstmals nachdem Franz Amtmann 2015 für die Entwicklung der NFC-Technologie geehrt worden ist, hat damit wieder ein österreichischer Forscher die Chance, mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet zu werden. Die zwölfte Verleihung dieses Innovationspreises findet am 15. Juni in Venedig statt. "Mit der schnellen, zuverlässigen und automatisierten Testmethode für Malaria können sich neue Maßstäbe im Kampf gegen diese tödliche Krankheit ergeben", erlärt EPA-Präsident Benoît Battistelli.

Fingerabdruck
Malaria ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten unserer Zeit - Hunderttausende sterben jährlich daran. Doch nur zehn Prozent aller Infektionen werden überhaupt erkannt. Denn Symptome wie Fieber und Schüttelfrost sind sehr unspezifisch und die bisherigen Testverfahren zu ungenau - oder zu zeitaufwändig. Dabei könnte eine schnelle, zuverlässige Diagnose allein in Afrika jährlich 100.000 Todesfälle und über 400 Millionen falsche Behandlungen verhindern.
Hayden und van den Boogaart gelang es spezifische, von der Krankheit hervorgerufene Veränderungen im Blutbild von Malaria-Patienten zu identifizieren. Sie fanden 30 Parameter, die in ihrer Kombination Malaria zuverlässig nachweisen. Diesen "Fingerabdruck" der Krankheit übersetzten sie in Algorithmen, die ihn für einen Standard-Blutscanner lesbar machen. Die Methode kann eine Malaria-Infektion mit einer Genauigkeit von 97 Prozent feststellen.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 17.05.2017