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23. October 2017

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Versteckte Herzinfarkte entdecken

Versteckte Herzinfarkte entdecken© piqs.de/daniel lobo

Am Kardiologie Kongress in Innsbruck wurden die neuesten Therapien rund ums Herz diskutiert.

Für Hochrisikopatienten, bei denen es bisher nicht gelungen ist, die lebensgefährlichen Cholesterinwerte im Blut zu senken, gibt es nun Hoffnung. Eine neue Antikörper-Therapie, die – ähnlich wie Insulin – gespritzt wird, kann Cholesterin deutlicher als bisher (um ca. 60 %) senken und in der Folge Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindern. Die neue Therapie wurde am 19. Kardiologie Kongress Innsbruck mit großer Erwartungshaltung aufgenommen, vor allem auch deshalb.

Unsichtbare Infarkte
Diskutiert wurde auch der Trend zu kabellosen Schrittmacher-Implantation. Bei sehr guter Effektivität liegt der Vorteil vor allem in einer großen Sicherheit in Bezug auf Infektionen und Blutungen. Weniger Material im Körper bedeutet gleichzeitig weniger Blutungs- und Infektionsgefahr. Zwei Sitzungen am Kongress beschäftigten sich mit der Diagnostik von Herzinfarkten mittels Magnetresonanztherapie (MRI), die immer genauer und besser wird und inzwischen mit höchster Verlässlichkeit zwischen Herzmuskelentzündung und Durchblutungsstörungen am Herzen differenzieren kann. Das ist deshalb wichtig, weil daraus unterschiedliche Therapien resultieren.
Entdeckt werden können dadurch erstmals auch die Minoca-Infarkte, bei denen das Gefäß nach dem Infarkt wieder spontan oder durch medikamentöse Behandlung offen ist, sodass in der Angiographie keine behandlungsbedürftige Engstelle erkennbar ist. Das kommt immerhin in 5 Prozent aller Herzinfarkts-Verdachtsfälle vor. Bisher wurden diese Patienten falsch therapiert. Ein großes Thema war die sogenannte Endokarditis. Diese Herzklappen-Entzündungen entstehen meist durch Staphylokokken und Streptokokken und in Verbindung mit schlechter Mundhygiene und Manipulationen am Zahn. Je besser die Mundhygiene, desto geringer auch das Risiko auf Herzklappen-Entzündung.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 06.04.2017