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18. November 2017

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Akkurater und angenehmer

Akkurater und angenehmer© Bilderbox.com

Die Österreichische Röntgengesellschaft (OERG) stellt neue Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen vor.

Mit 4.500 Erkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Pro Jahr stirbt einer von zehn Erkrankten daran. Da diese Krebsart im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht, bleiben Tumore der Prostata oft lange unbemerkt und werden ohne Vorsorge erst sehr spät erkannt. Die zur Diagnose üblicherweise angewendete Stanzbiopsie mit meist zwölf Proben ergibt praktisch Zufallstreffer.

Verbesserte Operationsplanung
"Viele Jahre lang lag die Bildgebung auf dem Gebiet der Prostatauntersuchung in einem Dornröschenschlaf", stellt Christian Herold, Leiter der Univ.-Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Medizinischen Universität Wien, fest. Nun kann ein Karzinom auch bildlich nachgewiesen werden, was eine gezielte Biopsie sowie eine verbesserte Operationsplanung ermöglicht. Nicht alle Kassen bezahlen derzeit die Diagnose per MRT. Rund ein Viertel an unnötigen Biopsien könnten allerdings durch die MRT-Diagnose eingespart werden. Durch gezielte Zuweisungen würde wiederum die Zahl der nötigen MRT-Untersuchungen auf die Hälfte sinken.

Minimal invasiv
Von einer gutartigen Prostatavergrößerung sind rund 330.000 Männer in Österreich betroffen: Jeder zweite über 50 Jahren ist damit konfrontiert, bei den über 70-Jährigen sind es bereits 70 Prozent. Neben bekannten medikamentösen und operativen Therapiemethoden stellte Florian Wolf vom AKH Wien einen relativ neuen minimal-invasiven Eingriff vor: die Prostata-Arterienembolisation (PAE). Die PAE werde unter Lokalanästhesie durchgeführt und sei schmerzfrei. Rund 50 Patienten seien so am AKH seit 2014 erfolgreich behandelt worden. Die Patientenzufriedenheit sei sehr hoch. Auch für die Behandlung von Karzinomen, ist Wolf sicher, werde die Embolisation in den nächsten Jahren ein Thema sein.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 09.05.2017