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30. April 2017

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E-Roaming Plattform macht umweltfreundliche E-Mobilität möglich

E-Roaming Plattform macht umweltfreundliche E-Mobilität möglich© Hubject

Berliner Unternehmen Hubject schafft technologische Basis für flächendeckende und länderübergreifende Infrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Das vom österreichischen Klima- und Energiefonds gemeinsam mit Infrastruktur- und Umeltministerium unterstützte Vernetzungsprojekt ÖHUB von elf österreichischen Landesenergieversorgern und der Berliner Hubject GmbH ermöglicht in Österreich ab April 2017 ein flächendeckend zugängliches Netz von Ladestationen für Elektrofahrzeuge (siehe Bericht „E-Mobilität muss alltagstauglich und leistbar sein.“).
Die im Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ) organisierten Energieversorger bündeln dabei ihre Ladestationen zu einem integrierten Netzwerk mit mehr als 1.300 Ladepunkten österreichweit, und die Ladestationen werden zudem an das internationale Ladenetzwerk „Intercharge“ von Hubject angeschlossen.  

Energiepolitischer Meilenstein
Beobachter sprechen hier auch von einem politischen Meilenstein, es ist gelungen die Energie AG Oberösterreich, Energieversorgung Niederösterreich, Energie Steiermark, Energie Wärme und Service Burgenland, Energie Graz, Innsbrucker Kommunalbetriebe, KELAG, Linz AG, Salzburg AG, Vorarlberger Kraftwerke und Wien Energie zu einem Schulterschluss im Sinne der Umweltfreundlichkeit und Energieffizienz zu bewegen.
Diese elf BEÖ-Mitgliedsunternehmen bringen ihre gesamten Ladestationen in das Intercharge-Netzwerk ein und schaffen in Österreich eine digital vernetzte Infrastruktur. Bereits bis Ende 2017 sollen die derzeit 1.300 auf 2.000 Ladepunkte ausgweitet sein. Zudem ermöglicht die Kooperation mit Hubject den Kunden der BEÖ-Mitgliedsunternehmen künftig nicht nur Ladestationen in Österreich zu nutzen sondern auch das europäische Intercharge-Netzwerk.

Einfacher Zugang zu Ladestationen
Operativ können Elektroautofahrer ab nun mit nur einem Kundenvertrag von einem E-Mobility Provider mit österreichweiten Serviceanboten Strom aus zu 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen an allen Ladestationen der BEÖ-Mitgliedsunternehmen laden. Der Ladevorgang selbst wird dabei über eine Smartphone-App oder mit einer Ladekarte (RFID-Karte) gestartet. Zudem sind alle Ladepunkte und ihre Verfügbarkeit in Echtzeit in den gängigen Navigationssystemen und Lade-Apps zu sehen.
Ist ein Elektroautofahrer aus dem internationalen Ausland ohne passenden Fahrstromvertrag unterwegs, kann er zukünftig per Kreditkarte und mit anderen (Direkt-)Bezahldiensten an den Ladesäulen in Österreich Strom laden. „Elektromobilität hört nicht an den Landesgrenzen auf. Daher setzen wir mit unseren Mitgliedsunternehmen auf das digitale Intercharge-Netzwerk und unterstützen die kundenfreundliche Vernetzung unserer Ladestationen in Österreich“, erläutert Jürgen Halasz, Vorstandsvorsitzender des BEO stellvertretend für die elf beteiligten Energieunternehmen.

Einheitliches Lade- und Verrechnungssystem
Das vom Klima- und Energiefonds unterstützte Projekt startete im Januar 2016. Während des vergangenen Jahres wurde ein einheitliches, kundenfreundliches Lade- und Verrechnungssystem für die österreichischen Ansprüche entwickelt und die Backend-Systeme aller Akteure vernetzt. Hubject gewährleistet dabei mit Intercharge die voll automatisierte Kommunikation zwischen Ladestationsbetreibern und Fahrstromanbietern.
„Wir freuen uns, gemeinsam mit dem BEÖ ein flächendeckendes Ladenetz geschaffen zu haben. Zukünftig können Elektroautofahrer an Ladestationen aller BEÖ-Betreiber in ganz Österreich aufladen“, ergänzt Thomas Daiber, CEO der Hubject GmbH. Mit der Anbindung an die E-Roaming-Plattform von Hubject ist es nun möglich, die rund 700 Kilometer lange Strecke vom Neusiedlersee bis zum Bodensee mit einem Elektroauto zurückzulegen und an allen Ladesäulen innerhalb des Intercharge-Netzwerks Strom zu laden.  
                           
Hubject
Die Hubject GmbH wurde 2012 von Unternehmen der Energie-, Technologie- und Automobilbranche gegründet. Gesellschafter sind die BMW Group, Bosch, Daimler, EnBW, innogy, Siemens und die Volkswagen Group. Mit ihrer E-Roaming-Plattform vernetzt Hubject Ladestationsbetreiber und Fahrstromanbieter in Echtzeit um Elektroautofahrern einen einfachen und kundenfreundlichen Zugang zur Ladeinfrastruktur zu ermöglichen.
Hubject selbst betreibt dabei keine Ladestationen, sondern ermöglicht über das Ladenetzwerk Intercharge den reibungslosen Datenaustausch im Hintergrund. Weltweit nutzen mehr als 270 Unternehmen die Plattform, darunter Hersteller von Elektrofahrzeugen, Energieversorger, Mobilitätsdienstleister und Telekommunikationsunternehmen.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 28.03.2017