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23. September 2017

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Finanzsektor und staatliche Einrichtungen unter Feuer

Finanzsektor und staatliche Einrichtungen unter Feuer© Bilderbox.com

Die jüngste Hackerattacke markiert einen neuen Höhepunkt im globalen Cyberkrieg.

Der aktuelle Ransomware-Angriff „WannaCry“ macht einmal mehr deutlich, dass Cyberattacken weltweit zunehmen. Der neue „Global Threat Intelligence Report 2017“ von Dimension Data bestätigt, dass sich der Anteil der Cyberattacken auf den staatlichen Sektor verdoppelt hat – von sieben Prozent aller Angriffe 2015 auf 14 Prozent 2016. Im gleichen Zeitraum sind auch Hackerangriffe auf den Finanzsektor von drei Prozent auf 14 Prozent dramatisch angestiegen. Ämter, Behörden und Finanzinstitute sind damit den meisten Angriffen aus dem Internet ausgesetzt.

Auswertung von Milliarden an Daten

Für den aktuellen Report wurden laut Angaben von Dimension Data 3,5 Billionen Sicherheitsprotokolle sowie 6,2 Milliarden Angriffsversuche ausgewertet. Der Report nennt einige geopolitische Ereignisse, die möglicherweise dazu beigetragen haben, den staatlichen Sektor verstärkt in den Fokus von Cyberangriffen zu rücken. Dazu gehören der US-Präsidentschaftswahlkampf, die aggressivere Haltung der USA gegenüber China und Nordkorea, Chinas aggressivere Sicherung seiner Interessen, die von den USA und der EU verhängten Sanktionen gegen Russland, vom russischen Staat unterstützte Hackerangriffe gegen den Westen und die zunehmend negative Stimmung im Nahen Osten gegenüber der militärischen Einmischung des Westens.

Finanzdienstleister im speziellen Fokus
Matthias Resatz, Director Solutions bei Dimension Data Austria, erklärt: „Regierungsbehörden verfügen in großem Umfang über vertrauliche Informationen – von Personalakten, Budgetdaten und vertraulicher Korrespondenz bis hin zu Erkenntnissen der Geheimdienste. Interessanterweise beobachteten wir dieses Jahr zahlreiche Vorkommnisse, bei denen Bedrohungen von innen eine Rolle spielten.“ Hinsichtlich der Finanzdienstleistungs-Branche weist Resatz darauf hin, dass die fortlaufenden Angriffe in diesem Sektor nicht verwunderlich seien, da sie über große Mengen digitaler Informationen und sensibler Kundendaten verfügen.

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red, Economy Ausgabe Webartikel, 05.06.2017