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22. September 2021

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„Selbst große Unternehmen können das nicht mehr allein bewältigen.“

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Peter Lenz, Managing Director T-Systems Alpine, im zweiten Teil des economy-Gesprächs über gut gemachte und trotzdem bösartige Cyber-Angriffe, lieb gewonnene Freiheiten und ein neues Corona-Dashboard für die Tirol-Werbung.

Economy: Peter Lenz, Managing Director T-Systems Alpine, Verantwortung Österreich und Schweiz, neueste Entwicklungen und Trends in der Business-IT.
Thema Sicherheit. T-Systems hat hier über viele Jahre große Kompetenz aufgebaut, ein eigenes Security-Operations-Center. Wie hat sich dieses Thema entwickelt?

Peter Lenz: Wir hatten Monate, da gab es jedes Wochenende bösartigste Verschlüsselungsattacken, gut gemacht, über Verteilserver in Unternehmen, wo dann diese Bedrohungsszenarien gespielt wurden. Die enden dann nahezu immer in Forderungen von Krypto-Währungen. Entweder es wird bezahlt, um zu entschlüsseln oder, mit viel Aufwand und professioneller Hilfe von Partnern wie einer T-Systems entschlüsselt bzw. recovern, um den Regelbetrieb wieder in Gang zu bringen. Hier ganz wichtig, die Endpoint-Protection. D.h. ich weiß, was quasi lokal passiert und hole mir nicht über die Mitarbeiter im Home-Office irgendwelche Malware ins Haus, die mir dann meine eigenen IT-Systeme korrumpiert.

Also eine klare Empfehlung sozusagen, die IT auszulagern.

Gerade was die Security bzw. die Cyber-Security angeht, sollte wirklich mit einem umfassenden Konzept gearbeitet werden. Das umfasst den Client (Anm. Endnutzer), das umfasst aber auch ein Security-Operations Center, wo man rechtzeitig erkennen kann, was bei mir in meinem Unternehmens-Netz oder auf meinen Servern gerade passiert. Und dann mit einem sogenannten Security Incident- und Emergency-Response Management (SIEM) darauf reagieren zu können. Selbst große Unternehmen, können das nicht mehr alles allein bewältigen. Da ist es gut und wichtig einen professionellen Partner zu haben. Wir haben in dem Bereich in Österreich und der Schweiz über 120 KollegInnen, die rein auf Cyber-Security spezialisiert sind. Und bei der Deutschen Telekom nochmal über 1.700.

Weiteres aktuelles Thema, Sie haben es vorhin kurz erwähnt im Kontext mit Cyber-Security, der Gesundheitsbereich. Auch hier hat T-Systems langjährige Erfahrung und entsprechende Kompetenz mit eigenen IT-Systemen. Was gibt es hier für neue Entwicklungen?

Heute reist man mit einem Stapel an Zetteln, wenn man überhaupt noch reisen kann, mit denen man den letztgültigen PCR-Test, das Pre-Travel-Clearance-Formular und die Dienstgeber-Bestätigung nachweisen muss. Ich denke, in ein paar Wochen oder Monaten wird man dann mit Hilfe eines sogenannten Grünen-Passes und einer Handy-App zeigen können, was ist mein Antigen oder Impfstatus und habe ich die Legitimation auf Konzerte oder Veranstaltungen zu gehen oder ein Flugzeug zu besteigen. All diese Dinge werden das also wesentlich vereinfachen und auch helfen, all diejenigen, die dort waren, zu identifizieren falls hier etwas passieren sollte.

Zum Thema „Grüner-Pass“ gibt es auch auf EU-Ebene ganz aktuelle Neuigkeiten…

… Ja. T-Systems und SAP wurden von der Europäischen Kommission mit den Vorarbeiten für den EU-Corona-Impfpass bzw. konkret das „Grüne digitale Zertifikat“ beauftragt. Da geht es um die technologischen Grundlagen für jene digitale Schaltstelle, mittels derer ab Juni die Impf-Zertifikate der Mitgliedsstaaten grenzüberschreitend einsetzbar sein sollen. Ich glaube, hier können wir uns intelligente, gut gemachte IT zum Nutzen machen, damit wir alle wieder ein Stück mehr diese Freiheiten bekommen, die wir früher doch sehr lieb gewonnen hatten.

Das passt zum Thema Mobilität, Mobility. Gibt es hier neue Referenzen?

Ja, da gibt‘s einiges. Auch in Österreich waren wir nicht untätig und haben zum Beispiel für die Tirol Werbung ein Corona-Dashboard entwickelt.
Hier können Touristen und Reisende in Echtzeit sehen, wie ist die aktuelle Lage, Infektionsstatus, was muss ich beachten.
Das wird dann auch für die kommende Wiedereröffnung im Tourismus ganz wesentlich sein, dass ich in Echtzeit informiert sein kann, was ist gerade in dem Bereich los.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 26.04.2021