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18. November 2017

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Überaus sensible Roboter

Überaus sensible Roboter© Bilderbox.com

In der Industrie 4.0-Pilotfabrik der TU Wien lernen Roboter den Umgang mit menschlichen Kollegen.

Noch ist die Pilotfabrik Industrie 4.0 in Wien Aspern nicht fertig. Teile sind aber schon herzeigbar. TÜV Austria, Fraunhofer Austria und Joanneum Research widmen sich der Erforschung der Sicherheit bei der kollaborativen Robotik, also wenn der Zaun zwischen Mensch und Roboter fällt. Das Projekt läuft bis April 2018.
In der ersten Jahreshälfte wird im Rahmen des Projekts ein Alu-Modellauto gefertigt, erklärt Christoph Schwald, Innovationsmanager beim TÜV Austria. Der TÜV Austria bringt das Know-how bezüglich Risikobeurteilung mit, Fraunhofer kümmert sich um Implementierung, Logistik und Prozesse und das Joanneum ist für die biomechanischen Messungen zuständig, wenn Roboter mit Menschen kollidieren. Hier geht man der Frage nach, wie fest ein Stoß ausfallen darf.

Gestresste Kollegen und Cyber-Sicherheit
Geforscht wird aber auch schon an "sensibler" Haut beziehungsweise einer "Aura", durch die der Roboter merkt, ob der Arbeiter aufmerksam oder gestresst ist, erklärte Michael Hofbaur, Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik der Joanneum Research. Mittels Umgebungswahrnehmung könnte die Maschine auch die Arbeitsgeschwindigkeit anpassen oder den Ellbogen einfahren. Das werde die Sicherheit weiter verbessern. Wichtig ist laut Hofbaur hier auch das Thema Datenschutz, wenn beispielsweise für das System erkennbar sei, dass sich der Kollege langweilt.
Auch beim Roboter-Betriebssystem "Robot Operating System" (ROS), einem weltweiten Standard im Forschungsbereich, würde das Thema Sicherheit kaum berücksichtigt, ergänzte Hofbaur. Hier arbeite man zusammen mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt an Maßnahmen zum Schutz vor Cyberattacken. Denn bei der kollaborativen Robotik seien durch digitale Angriffe nicht nur Sachgüter, sondern auch die körperliche Gesundheit von Personen gefährdet.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 22.05.2017