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28. October 2020

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Aktuelle wirtschaftliche Situation

Aktuelle wirtschaftliche Situation© Pexels.com/pixabay

94 Prozent der österreichischen Firmen haben mit den wirtschaftlichen Folgen von Corona zu kämpfen. Bei einem Drittel der Unternehmen steigen die Umsätze wieder, so eine aktuelle Umfrage des KSV.

(red/czaak) Knapp drei Monate nach dem behördlichen Lockdown sind laut einer Umfrage des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) nur 6 Prozent der befragten Unternehmen nicht von der Krise betroffen. Das schrittweise Hochfahren der Wirtschaft in den vergangenen Wochen habe sich zumindest ein wenig positiv auf die aktuelle Geschäftslage der Betriebe ausgewirkt: 41 Prozent bewerten diese mit sehr gut oder gut, im April waren es rund 30 Prozent.

Gravierende Verschlechterung bei Zahlungsverhalten
Diese Tendenz zeigt sich auch daran, dass bei 34 Prozent der befragten Unternehmen die Umsätze zuletzt wieder gestiegen sind, wodurch auch eine vorsichtige Entspannung bei den liquiden Mitteln zu verzeichnen ist. Deutliche Auswirkungen hat die Corona-Krise in Österreich auch auf das Zahlungsverhalten: 45 Prozent der befragten Betriebe sprechen von einer teils gravierenden Verschlechterung.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie rasch die Wirtschaft ins Wanken geraten kann. Auch wenn vielerorts verlorene Umsätze nicht mehr kompensiert werden können, ist es erfreulich, dass im Vergleich zu April die allgemeine Geschäftslage wieder etwas positiver gesehen wird und Umsätze steigen“, so Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG.

Vier Faktoren und die Digitalisierung
Das Hochfahren der Wirtschaft manifestiert sich laut der KSV-Umfrage vor allem anhand von vier Faktoren: Mitarbeiter kehren vermehrt ins Büro zurück (35 Prozent), Umsätze sind im Steigen (34), Mitarbeiter werden zumindest teilweise vorzeitig aus der Kurzarbeit zurückgeholt (22 ) und Lieferanten können ihre Produkte wieder regelmäßiger liefern (21 Prozent).

Parallel zum langsamen Hochfahren der österreichischen Wirtschaft scheint es für die befragten Unternehmer bereits jetzt klar zu sein, wie es nach der Corona-Krise weitergeht. 54 Prozent gehen von einem stark bereinigten Markt aus, der dann nur noch aus den finanzstärksten Unternehmen bestehen wird. 47 Prozent erwarten, dass die Zahl der Arbeitslosen auf lange Sicht hoch bleiben wird. Als Zukunftstreiber sieht knapp die Hälfte der Unternehmer die Digitalisierung an, noch stärker und schneller als in der Vergangenheit.

Vorsichtige Entspannung bei liquiden Mitteln
Die seit Kurzem steigenden Umsätze führen auch bei der Frage nach den liquiden Mitteln der Firmen zu einer leichten Erholung. Während im Zuge der letzten Umfrage im April noch über 50 Prozent angaben, dass ihre finanziellen Mittel maximal drei Monate ausreichen, so ist das aktuell bei rund einem Drittel der Fall. Gleichzeitig erwarten 34 Prozent der Unternehmen langfristig keinen Liquiditätsengpass. Im April waren es 14 Prozent.

Aus diesem Grund sind die österreichischen Unternehmen auch wieder etwas optimistischer in Blickrichtung Investitionen: 20 Prozent (April: 13) gehen aktuell davon aus, die ursprünglich für 2020 geplanten Investitionen in vollem Umfang realisieren zu können. 19 Prozent planen, zumindest einzelne Investitionen tätigen zu können. Die Zahl jener, die gar keine der geplanten Investitionen umsetzen können, ist von 21 auf 18 Prozent gesunken.

Zahlungsverhalten hat sich deutlich verschlechtert
Wie weitere Ergebnisse zeigen, hat sich das Zahlungsverhalten in den ersten beiden Monaten nach dem behördlichen Shutdown rapide verschlechtert. 45 Prozent sprechen von einer teils deutlichen negativen Entwicklung, nur 5 Prozent erkennen eine Verbesserung. Als Hauptgründe für die Verschlechterung nennen 58 Prozent die verspätete Bezahlung von Rechnungen. Für jeweils 22 Prozent hat sich die Zahlungsmoral generell verschlechtert oder Geschäftspartner haben Zahlungen zur Gänze eingestellt. Mahnprozesse steigen rasant.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 15.06.2020