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07. Juli 2020

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Die kundenzentrierte Erweiterung von Wertschöpfungsketten

Die kundenzentrierte Erweiterung von Wertschöpfungsketten© Pexels.com/Zukiman Mohamad

Plattformen. Die Digitalisierung von Infrastruktur und Dienst-leistungen orientiert sich zunehmend am individuellen Nutzen der Anwender. Im Bereich moderner Verkehrssysteme kooperieren Betreiber und Technologieanbieter bei neuen Mobilitätslösungen.

(red/czaak) Dienstleistungsorientierte Branchen wie Tourismus und Mobilitätsanbieter sind laufend beim Thema Innovation gefordert. Ein Beispiel ist die Dorfbahn im Tiroler Serfaus. Die betreibenden Komperdeller Seilbahnen beauftragten Kapsch BusinessCom mit der Modernisierung der Netzwerktechnik auf der Strecke und im Fahrzeug sowie mit der IT für ein videobasiertes Monitoring und den Notrufsystemen.

Digitale Assistenzsysteme
Zentraler Mittelpunkt ist ein Sicherheitsleitstand, wo bei Bedarf die automatisierte Einschaltung und Aufzeichnung der ebenso integrierten Kameras erfolgt. Inkludiert ist auch das System für Betriebsfunk, Blaulicht sowie Feuerwehr und das beinhaltet die Hardware und ein ganzheitliches Informationsmanagement. Für Unterhaltung und Serviceinfos der Serfauser Gäste dienen große LCD-Displays, die Kapsch für den Außeneinsatz konzipiert hat und eine Video-Wall im Cinemascope-Format am Zielort der Bahn.

Erstmalig in der Seilbahnbranche kommen in Serfaus für die Wartung auch Datenbrillen mit dazugehörigen Wissensdatenbanken zum Einsatz. Durch dieses digitale Assistenz-System der Kapsch-Tochter Evolaris können Serviceeinsätze größtenteils direkt vor Ort und entsprechend kostenreduziert durchgeführt werden. „Unsere Kernkompetenz sind fertige Lösungen und deren Betrieb, wo wir Netzwerk und IT mit Sicherheitstechnik und Multimedia verbinden“, sagt Kamran Kiafar von Kapsch BusinessCom.

Derartige Infrastrukturen können in einer weiteren Ausbaustufe auch die Einspielung von Produktangeboten beinhalten und damit können neue Wertschöpfungsketten entstehen. Ein Beispiel ist der Bereich E-Mobilität, wo Kooperationen über Unternehmensgrenzen hinweg auch komplett neue Geschäftsmodelle ermöglichen und dafür braucht es dann auch adäquate Bezahlformen.

Neue Business-Modelle
Die E-Infrastrukturanbieter Enio, Smatrics und Wirelane arbeiten mit dem Payment-Dienstleister Wirecard zusammen und entwickeln kooperative Wertschöpfungsketten entlang der Lebenswelten von Konsumenten. Ein Ansatz ist, dass Kunden auf dem Weg zu einem Handelsbetrieb bereits über das genutzte Mobilitätsmittel Anbote des Ziel-Shops bekommen und die werden ihnen dort dann entsprechend präsentiert.

Die Verknüpfung dieser sogenannten Sharing Economy-Modelle geht aber auch umgekehrt. „Wenn der Kunde im Supermarkt über 100 Euro eingekauft hat, kann das dann auch an der E-Ladestelle erkannt und ein Rabatt abgezogen werden“, sagt Roland Toch, Managing Director CEE bei Wirecard.

Weitere Kooperationsszenarien sind sogenannte Machine-to-Machine- oder In-Car-Payments. Der Nutzer bezahlt hier direkt über das Auto und nicht nur für Stromtankstellen, sondern auch für andere intermodale Prozesse wie Einkauf oder weitere Verkehrsmittel, die er etwaig dazu bucht. „Payment ist auch Thema bei Social-Mobility-Gemeinschaften wie Fahrkooperationen, wo dann mittels sogenannter Peer-to-Peer-Transaktionen abgerechnet wird. Wir werden hier noch viele neue Business-Modelle erleben“, so Toch.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.05.2020