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21. Juli 2017

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Großartige Unternehmen unterm Radar

Großartige Unternehmen unterm Radar© www.stoffzauberei.com

Eine Zöbinger Kunsthandwerkerin plant eine Handwerker-Plattform, mit der sich Kleinunternehmer besser vermarkten sollen.

Die Liebe zu Stoffen und ihre Kreativität haben Brigitte Cerny vor mittlerweile sechs Jahren veranlasst, sich selbständig zu machen. Ihre genähten Kreationen haben in ihrem Bekanntenkreis so großen Gefallen gefunden, dass sich die dreifache Mutter entschloss, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Ihre Taschen, Pölster, Patchworkdecken, Quilts, Stofftiere und Stoffpuppen können in Brigitte Cernys Werkstatt am Hauptplatz 2 in Zöbing sowie über einen eigenen Internetshop und bei Ausstellungen und Märkten, die die Kunsthandwerkerin regelmäßig besucht, erworben werden.

Bekannt zu werden dauert
Sich selbständig gemacht zu haben, bereut die Hotelkauffrau keinesfalls. Aber: „Bekannt zu werden, dauert seine Zeit. Denn gerade der Beruf Kunsthandwerker ist vielschichtig. Daher kann man nur mit Fleiß und Qualität bei den Kunden punkten“. Die engagierte Ein-Personen-Unternehmerin hegt deshalb den Wunsch, dass das Werben einfacher würde oder gefördert wird. „Ich könnte mir eine eigene unabhängige Plattform für Kunsthandwerker vorstellen, wo wir uns öffentlich präsentieren und auch netzwerken können. Wer daran interessiert ist, kann gern mit mir Kontakt aufnehmen. Denn in unserer Branche gibt es viele großartige Unternehmen, denen bis dato aber die Möglichkeit fehlt, auf sich aufmerksam zu machen.“

Stoffzaubereien in weiblicher Heimarbeit
Für ihre Stoffzaubereien verwendet die 51-jährige Waldviertlerin ausschließlich hundertprozentige Baumwollstoffe, die sie von Lieferanten aus Tirol, der Steiermark, Deutschland, den Niederlanden, den USA und Dänemark bezieht. Für eine Patchworkdecke benötigt Brigitte Cerny fünf bis 200 Arbeitsstunden. Zu ihren Kunden zählen Handarbeitsfreundinnen ebenso wie Nähmuffel und stoffaffine Zeitgenossen. „Handarbeiten liegt zurzeit wieder voll im Trend“, sagt sie. Es sei einfach „in“, nicht immer alles „von der Stange“ zu kaufen.
Letzter Schrei sei Upcycling, wo alte Stoffe wieder neu verarbeitet werden. Immer mehr Menschen gehe es dabei um Nachhaltigkeit und sich bewusst gegen die Wegwerfmentalität zu stemmen.“ Weil viele Frauen ihre Freizeit auch mit Handarbeit gestalten wollen, bietet Brigitte Cerny Patchworkkurse und Taschen- und Dekorationskurse an. Sie bietet in ihrer Stoffzauberei auch ein Nähmaschinen-Service mit Reparatur an, bei dem ihr Gatte sie unterstützt.

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NOE-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 15.05.2017