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18. August 2022

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Massive Einbußen im Wintertourismus

Massive Einbußen im Wintertourismus© Pexels.com/David Guerroro

Die vorläufige Wintersaison zeigt weiterhin deutliche Einbußen im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Allein die Übernachtungszahlen im Jänner 2022 waren um ein Viertel niedriger als vor der Krise, so aktuelle Erhebungen der Oesterreichischen Nationalbank.

(red/czaak) Der Start in die touristische Wintersaison gestaltete sich durch den neuerlichen Lockdown letzten November und Dezember schwierig. Das Weihnachtsgeschäft war dann trotz der einsetzenden Omikron-Welle etwas besser. Für den Jänner zeigt die auf Basis von Zahlungskartenumsätzen erstellte Nächtigungsprognose der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) einen Rückgang von 26 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau im Jänner 2020. Primärer Grund ist der Rückgang der Übernachtungen ausländischer Gäste in Höhe von 31 Prozent.

Mehr als ein Drittel unter Vorkrisenniveau
Die bisherige Wintersaison von November 2021 bis Jänner 2022 liegt um mehr als ein Drittel unter dem Vorkrisenniveau. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird der Februar, da dieser mit den Semesterferien der umsatz- und nächtigungsstärkste Zeitraum ist. Derzeit erscheint es zwar wahrscheinlich, dass die Betriebe offenbleiben, aber vor allem die Nachfrage aus dem Ausland dürfte aufgrund der aktuellen Infektionslage deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen, so die OeNB-Experten.

Basis für die Erhebungen sind die Ausgaben mittels Zahlungskarten in Österreich und diese zeigen zu Jahresbeginn einen volatilen Verlauf. In der ersten Woche des Jahres wurde im Vorkrisenvergleich ein Umsatzplus bei Gästen aus dem Inland sowie ein Rückgang bei Gästen aus dem Ausland erzielt. In der zweiten bis vierten Kalenderwoche gingen die Wachstumsraten der Ausgaben inländischer wie auch ausländischer Gäste leicht zurück.

Nächtigungen inländischer Gäste erreichen Vorkrisenniveau
Im Durchschnitt ergibt sich im Vergleich Jänner 2022 gegenüber Jänner 2020 ein Umsatzzuwachs bei inländischen Touristen von 8 Prozent. Die Umsätze der ausländischen Touristen gingen hingegen um 29 Prozent zurück. In Summe lag der Rückgang bei 22 Prozent. Primär verantwortlich dafür ist ein Rückgang der Nächtigungen der ausländischen Gäste von 31 Prozent. Die Nächtigungen der inländischen Gäste dürfte das Niveau von Jänner 2020 erreicht haben.

In den ersten drei Monaten der Wintersaison 2021/22 lagen die Nächtigungen insgesamt um 36 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Im Fokus der zweiten Hälfte der Wintersaison steht die Entwicklung im Februar als traditionell umsatzstärkster Monat der Wintersaison. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Infektionslage ist vor allem die Nachfrage aus dem Ausland deutlich schwächer. „Allein ein rasches Abflachen der Omikron-Welle könnte zu einer Belebung des Tourismus im Laufe des Februars führen“, so die OeNB-Experten.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 07.02.2022