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24. August 2017

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Steuergeschenke zurückholen

Steuergeschenke zurückholen© piqs.de/kostja

Die Arbeiterkammer hilft den Niederösterreichern wieder beim Steuernsparen.

Weil die Arbeitnehmer dem Fiskus jährlich rund 50 Millionen „schenken“, läuft derzeit bei der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ) zum 15. Mal die Steuer-Rückholaktion, und das noch bis zum 9. Juni. „Die Lebenshaltungskosten steigen dauernd an. Daher ist es wichtig und ratsam, sich vom Finanzamt zu viel bezahltes Geld zurückzuholen“, erklärt AK-Präsident Markus Wieser.
Als die Aktion nach der Hochwasser-Katastrophe 2002 ins Leben gerufen wurde, sind es gerade einmal 230.000 Euro gewesen, die per Rückhol-Beratung lukriert werden konnten. Daraus sind im Vorjahr 14,3 Millionen Euro geworden. „Insgesamt haben unsere Steuer-Experten den AK-Mitgliedern in diesem Zeitraum rund 120 Millionen Euro an Steuern erspart“, stellt Wieser fest. Skeptisch ist er allerdings, ob die Rekordsumme aus dem Vorjahr heuer wieder erreicht werden kann. Schließlich seien Menschen mit niedrigem Einkommen durch die Steuerreform schon vorab entlastet worden.

Unfair
Außerdem will Wieser die Freibeträge in Absetzbeträge umwandeln, da gerade Bezieher kleiner Einkommen durch Freibeträge benachteiligt würden. „Freibeträge reduzieren die Steuerbemessungsgrundlage, nicht aber die Steuer direkt. Deshalb profitieren höhere Einkommen stärker“, so Wieser.
Seit dem Vorjahr gibt es zwar die sogenannte antragslose Arbeitnehmer-Veranlagung, aber nur für Wenig-Verdiener. Die antragslose Veranlagung sei keinesfalls mit einer automatischen Veranlagung gleichzusetzen, heißt es aus der AK. Wer etwa Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen oder andere Sonderausgaben geltend machen möchte, der müsse weiterhin selber aktiv werden. Auch Lehrlinge lädt Preiß ein, die Steuer-Beratung der AK zu nutzen. Mehr als drei Viertel von ihnen seien nämlich in Verdienststufen, wo die Negativsteuer wirksam wird, man also Geld zurückbekommt. Im Schnitt „um die 400 Euro.

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 05.04.2017