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02. Juli 2020

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Übereinstimmung bei guter Wirtschaftsbewertung

Übereinstimmung bei guter Wirtschaftsbewertung© Pexels.com/The Lazy Artist Gallery

92 Prozent der österreichischen Unternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut. Rund 70 Prozent erwarten auch künftig stabile Entwicklung und 22 Prozent weitere Verbesserung, so Ergebnisse aus dem neuen Mittelstandsbarometer von Ernst & Young.

(Christian Czaak) Ein Großteil der österreichischen Unternehmen (92 Prozent) beschreibt die aktuelle Geschäftslage als gut. Jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) rechnet zudem in den kommenden Monaten mit einer Verbesserung der eigenen Geschäftslage. Zwei Drittel (69 Prozent) prognostizieren eine stabile Entwicklung. Neun Prozent gehen von einer Verschlechterung ihrer Wirtschaftslage aus.

In der gesonderten Betrachtung einzelner Branchensegmente zeigt sich eine besonders positive Stimmung im Bereich Tourismus, etwas verhaltener ist der Gesundheitsbereich wie auch das Transport- und Verkehrswesen. Das sind auszugsweise Ergebnisse aus dem aktuellen Mittelstandsbarometer, einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation Ernst & Young (EY), für die in Österreich 900 mittelständische Betriebe mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern befragt wurden. Für das Jahr 2020 gehen die Mittelständler aktuell von 1,4 Prozent Umsatzplus aus.

Fachkräftemangel und zunehmender Wettbewerb
„Österreichs Unternehmen sind definitiv keine reinen Schönwetterbetriebe. Die Unternehmen investieren mutig weiter und setzen auf Wachstum“, so Erich Lehner, Mittelstandsexperte bei EY Österreich. Als große Herausforderung bis hin zur Beeinträchtigung gilt für heimische Unternehmen der Fachkräftemangel. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) bewerten das fehlende Angebot an qualifizierten Bewerbern als größtes Risiko für die Entwicklung des eigenen Unternehmens. Insgesamt haben 81 Prozent Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.

Als weitere Risikofaktoren werden in einzelnen Branchen Ängste vor Eintrübungen des Wirtschaftsklimas genannt und generell der zunehmende Wettbewerb (38 Prozent). „Zum einen hängt der Geschäftserfolg unserer heimischen Betriebe stark von den Entwicklungen in den österreichischen Exportländern ab, etwa Deutschland. Zum anderen verstärken die großen Digitalunternehmen mit einem schier grenzenlosen Angebot und zunehmender Vergleichsmöglichkeit den Wettbewerbsdruck“, erläutert Erich Lehner.

Effizienz und Kostenoptimierung und Mitarbeiteraufnahme
Zur Vorbereitung auf kommende Herausforderungen bedienen sich die Unternehmen verschiedener Maßnahmen: Knapp zwei Drittel (59 Prozent) nennen Kostensenkung, dann folgt die Überprüfung geplanter Investitionen (47) und knapp ein Drittel bereitet ihr Unternehmen auch durch Reorganisation und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten (je 36 Prozent) vor. Beim Thema Mitarbeiter gab mehr als jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) an, in den nächsten sechs Monaten zusätzliche Stellen im Unternehmen schaffen zu wollen.

Umgekehrt gehen aktuell nur sieben Prozent der Befragten davon aus, dass sich ihre Mitarbeiterzahl im kommenden Jahr verringern wird. „Der Jobmotor Mittelstand läuft weiter rund – das ist ein sehr positives Zeichen. Hier werden primär andere Vorbereitungen getroffenen, bevor wertvolle Personalressourcen reduziert werden“, unterstreicht EY-Experte Lehner. Auf Rekordniveau liegt die ebenso abgefragte Zufriedenheit mit der Standortpolitik, insbesondere in den Bundesländern. Zwei Drittel der Unternehmen bewerten die Standortpolitik ihres Bundeslandes als positiv, der „höchste Wert seit Beginn unserer Studie“, betont Lehner.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 27.01.2020