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17. April 2024

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Neue Erkenntnisse bei Tumortherapie

Neue Erkenntnisse bei Tumortherapie© pexels/Tima Miroshnichenko

Eine neue Studie am Niederösterreichischen MedAustron belegt geringe Häufigkeit strahlungsbedingter Kontrastverstärkung im gesunden Gewebe. Klinischer Verlauf meist unauffällig.

(red/czaak) Die Häufigkeit von strahlungsinduzierter Kontrastverstärkung im gesunden Gewebe nach Protonenstrahl-Therapie von Tumoren im Bereich des Zentralnervensystems (ZNS) ist gering. Das ist ein relevantes Ergebnis einer Studie am MedAustron, dem Zentrum für Ionentherapie in Wiener Neustadt (NÖ) und parallel auch Lehr- und Forschungsstandort der ebenfalls in Niederösterreich ansässigen Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften. Untersucht wurden die Nebenwirkungen durch Behandlungen von Tumoren im ZNS oder nahe der Schädelbasis.

Letztaktuelle Innovation am Niederösterreichischen Med Austron
Die aktuell publizierten Ergebnisse zeigen auch, dass der klinische Verlauf dieser Veränderung meistens unauffällig ist und die Lebensqualität Betroffener nicht beeinträchtigt. Untersucht wurde darin das Auftreten und der Verlauf einer als Radiation-Induced Contrast Enhancement bezeichneten Auffälligkeit in der Nähe der bestrahlten Tumoren. Die Studie umfasste dabei 421 Patienten, die innerhalb eines Zeitraums von 4 Jahren therapiert wurden.

In der Krebsbehandlung ist die Partikeltherapie der neueste Stand der Technik. Dabei werden geladene Teilchen wie Protonen (oder Kohlenstoffionen) mit hoher Energie auf die Tumore gerichtet, um diese zu zerstören. Ein großer Vorteil dieser Therapieform ist, dass die Teilchenstrahlen an einer bestimmten Stelle im Gewebe gestoppt werden können, wodurch die Belastung des gesunden Gewebes verringert wird.

Fokus auf Tumoren des ZNS oder in der Nähe der Schädelbasis
Zu bekannten Wirkungen auf das umliegende Gewebe gehört eine als RICE (Radiation-Induced Contrast Enhancement) bezeichnete Abweichung, die in bildgebenden Verfahren einen starken Kontrast zeigt. Wie häufig, wann, mit welchem Verlauf und mit welchen Auswirkungen auf die Lebensqualität diese Veränderungen auftreten, wurde nun in einer Studie am MedAustron untersucht. Der Fokus lag dabei auf der Behandlung von Tumoren des ZNS oder in der Nähe der Schädelbasis.

„Zusammengefasst zeigt sich, dass die Gesamthäufigkeit von RICE mit 15 Prozent gering und die Verläufe in den meisten Fällen symptomlos waren. Weiterführende Studien zeigten auch, dass Betroffene keine Beeinträchtigung der Lebensqualität durch RICE erfuhren“, erläutert Carola Lütgendorf-Caucig, Klinische Direktorin Radioonkologie sowie Direktorin für Pädiatrische und ZNS-Partikeltherapie am MedAustron. Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass der mittlere Wert (Median) von RICE-Dauer neun Monate betrug.

Großer Umfang der Studie ermöglichte auch komplexe statistische Auswertungen
Der große Umfang der Studie ermöglichte auch komplexe statistische Auswertungen, die weitere Einblicke zu RICE gewährten. So interessierte sich das Studien-Team besonders für den Einfluss von Vorbehandlungen oder -erkrankungen auf das Auftreten und den Verlauf von RICE – eine Frage, deren Beantwortung für die sorgfältige Planung des Einsatzes einer Protonenstrahl-Behandlung von Wichtigkeit ist.

„Auswirkungen hatte insbesondere eine vorherige Strahlungsbehandlung des Tumors und dies erhöhte das Risiko eines symptomatischen Verlaufs von RICE. Das jedoch als einziger der untersuchten Faktoren“, erklärt Petra Georg, Leiterin der Klinischen Abteilung für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Krems. Festgestellt wurde zudem, dass eine Diabetes-Vorerkrankung die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von RICE ansteigen ließ. Faktoren wie Geschlecht und Alter (u.a.) spielten hingegen keine ausschlaggebende Rolle.

Bessere Differenzierung der Auswirkungen radiologischer Tumorbehandlungen
Die nun im International Journal of Radiation Oncology veröffentlichte Studie belegt Angaben zufolge die Sicherheit einer Protonenstrahl-Therapie in Bezug auf das den Tumor umgebende Gewebe. Sie trägt auch maßgeblich dazu bei, die Auswirkungen radiologischer Tumorbehandlungen besser zu differenzieren. Tatsächlich gibt es bei diesen Arten der Krebsbehandlung verschiedene Effekte auf das umliegende (gesunde) Gewebe, die sich in bildgebenden Verfahren kontrastreich darstellen.

„Derzeit werden diese in der offiziellen Terminologie für Nebenwirkungen oftmals unter dem Begriff „Strahlungsnekrose“ zusammengefasst“, so Lütgendorf-Caucig. „Doch Nekrosen sind Gewebeschäden, die nicht mehr heilen, während die als RICE bezeichneten Gewebsauffälligkeiten reversibel und, wie wir zeigen konnten, oftmals auch klinisch asymptomatisch sind.“ Die Publikation von MedAustron und KL Krems als Partner im NÖ Forschungsnetzwerk Onkologie soll zusammenfassend die Sicherheit der Protonenstrahlen-Therapie für umliegendes Gewebe belegen.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 19.03.2024