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20. Juli 2017

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Ausreden kommen schlecht an

Ausreden kommen schlecht an© Bilderbox.com

Ehemalige Häftlinge müssen ehrlich sein. Das macht Bewerbungsgespräche meist erfolgreicher.

Wer in Haft saß und dann wieder einen Job haben möchte, sollte im Bewerbungsgespräch offen zu seiner kriminellen Karriere stehen, sich dafür entschuldigen und nichts hinter den Berg halten. Forscher der Michigan State University haben in einer US-Studie herausgefunden, dass dies am effektivsten sein kann, um eine neue Anstellung zu finden.
Die Forschungsarbeit besteht aus drei Studienabschnitten, für die sich die Wissenschaft von mehr als 500 Personen Bewerbungsunterlagen angesehen und Videos von Bewerbungsgesprächen ausgewertet haben. "Sich für die kriminelle Vergangenheit zu entschuldigen, erscheint die effektivste Strategie zu sein, Zweifel über die Vertrauenswürdigkeit als Person zu reduzieren", erklärt Abdifatah Ali, Co-Autor der Studie.

Art der Straftat entscheidend
Die beobachteten Bewerber haben drei verschiedene Strategien angewendet, um bei ihrem möglicherweise künftigen Arbeitgeber zu punkten. Entweder sie entschieden sich für eine Ausrede, eine Rechtfertigung oder eine Entschuldigung für ihr Fehlverhalten. Die Entschuldigung war mit Abstand die erfolgreichste Methode, um einen Arbeitsplatz trotz krimineller Vergangenheit zu bekommen.
Auch die Rechtfertigung zeigte oft Wirkung. Dies war jedoch immer sehr abhängig vom Vergehen, das der Bewerber zuvor begangen hatte. So wurde der Rechtsbruch in manchen Fällen beispielsweise eher akzeptiert, wenn eine Straftat begangen wurde, um ein Familienmitglied zu retten. Insgesamt sehr schlecht kam die Ausrede an, denn Bewerber wirkten dann nicht so, als ob sie ihre Tat wirklich bereuen würden. Arbeitgeber sahen dann keine Vertrauensbasis und befürchteten mögliche Rückfälle.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 18.05.2017