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23. September 2019

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Neue Schauräume für künstlerische Vielfalt

Neue Schauräume für künstlerische Vielfalt© NLK_Filzwieser

Landesgalerie Niederösterreich eröffnet neues Haus in Krems. Fünf unterschiedliche Ausstellungen auf fünf Ebenen mit rund 500 Kunstwerken mehrheitlich aus Landessammlung Niederösterreich. „Sehnsuchtsräume“, „Selbstdarstellung“, der Sammler Franz Hauer, der Fotograf Heinz Cibulka und die aktuelle Vertreterin bei Venedig-Biennale Renate Bertlmann als inhaltliche Schwerpunkte der Eröffnungsschau.

(red/czaak) „Niederösterreich hat für seine rund 100.000 Kunstobjekte immer zu wenig Ausstellungsfläche gehabt, mit der neuen Museumsstrategie und den fünf Kompetenzzentren ist die Kulturlandschaft nun neu strukturiert“, so Johanna Mikl-Leitner anlässlich der Eröffnung der neuen Landesgalerie in Krems. „Während Carnuntum für die römische Geschichte, Mistelbach und Asparn an der Zaya für die Ur- und Frühgeschichte, das Museumsdorf Niedersulz für die volkskundliche Sammlung und das Haus der Geschichte in St. Pölten für die niederösterreichische Geschichte im europäischen Kontext steht, ist die Kunstmeile Krems mit der Landesgalerie das Zentrum für die bildende Kunst“, erläutert Mikl-Leitner das Konzept.

Die Wachau als UNESCO-Weltkulturerbe und kultureller Hotspot
Beim Bau der Landesgalerie sei „sowohl mit dem UNESCO-Weltkulturerbe als auch mit der Herausforderung der im Zuge der Bauarbeiten entdeckten mittelalterlichen Hafenanlage sehr sensibel umgegangen worden“, so die Landeschefin weiter. „Das Ergebnis ist ein wunderbares, auffälliges und architektonisch vorbildhaftes Gebäude inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Wachau, immer schon ein kultureller Hotspot, wird dadurch bereichert und weiter aufgewertet“, betonte Mikl-Leitner bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Christian Bauer (Direktor), Günther Oberhollenzer (Kurator) und Bernhard Marte (Architekt) in Beisein von Niederösterreichs Altlandespatron Erwin Pröll.

Zu sehen auf einer Ausstellungsfläche von in Summe 3.000m2 auf fünf Ebenen sind aktuell fünf, entsprechend inhaltlich unterschiedlich angelegte Ausstellungen mit „Sehnsuchtsräume. Berührte Natur und besetzte Landschaften“ und „Heinz Cibulka. bin ich schon ein Bild?“, weiters „Ich bin alles zugleich“ - Selbstdarstellung von Schiele bis heute“ sowie „Renate Bertlmann. Hier ruht meine Zärtlichkeit“ und schließlich „Franz Hauer. Selfmademan und Kunstsammler der Gegenwart“ mit den (mehrheitlich eindrucksvollen) Hauptwerken seiner Sammlung, darunter zahlreiche Arbeiten von Egger-Lienz und Kokoschka.

Besucher sollen sich selbst wiederfinden
„Die Besucher sollen Kunst sehen und sich selbst wiederfinden, die Kunstwerke geben dabei unterschiedliche Antworten auf die Fragen der Gegenwart. Dreh- und Angelpunkt sind die Landessammlungen, die wir mit internationalen Sammlungen in einen Dialog setzen. Als kultureller Nahversorger soll die Landesgalerie internationale Klasse und regionale Verankerung verbinden“, erläuterte Christian Bauer, Direktor der neuen Landesgalerie das grundsätzliche Konzept. Angaben zufolge wurden für den Bau 35 Millionen Euro investiert und damit 100 neue Arbeitsplätze geschaffen sowie unter Einbeziehung der touristischen und wirtschaftlichen Impulse auch ein entsprechender Multiplikatoreffekt bei der regionalen Wertschöpfung erreicht.

„Außen kommuniziert das Gebäude stark mit der Stadt Krems und vermittelt eine Geste des Ankommens zur Schiffsanlegestelle hin. Im Inneren sollen die räumlichen Elemente einen perfekten Dialog zur Kunst aufbauen“, erläutert Boris Marte, Architekt, das gestalterisch-bauliche Konzept. Die Landesgalerie ist Teil der Kunstmeile Krems und hat pro Jahr 3,5 Millionen Euro für den Betrieb zur Verfügung. Im ersten vollen Betriebsjahr erwartet man sich für die gesamte Kremser Kunstmeile 160.000 Besucher, davon 70.000 für die Landesgalerie.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 14.06.2019