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23. September 2017

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Erbpacht in Wirtschaft und Management

Erbpacht in Wirtschaft und Management© piqs.de/stefan von frihling

Einheimische CEOs sitzen sicher im Sattel, sie haben die weltweit niedrigste Wechselquote.

Nach einer vergleichsweise starken CEO-Volatilität im Jahr 2015 kehrte 2016 wieder mehr Kontinuität auf den Chefsesseln der 300 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein: Lediglich 12,7 Prozent der CEO-Posten wurden im vergangenen Jahr neu besetzt. „In den 31 österreichischen Unternehmen, die zu den 300 deutschsprachigen Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung zählen, gab es nur vier neue Gesichter an der Spitze. Die niedrige Fluktuation in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist vor allem auf einen starken Rückgang der außerordentlichen Vertragsbeendigungen, beispielsweise aufgrund von schlechter wirtschaftlicher Performance, zurückzuführen“, so Harald Dutzler, Managing Partner beim Wiener Office von Strategy&. In den fünf österreichischen Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung fand 2016 kein einziger Wechsel statt.

Schwellenländer besonders unbeständig
Die DACH-Region wies auch im internationalen Vergleich die niedrigste Fluktuationsrate an der Unternehmensspitze auf. Zudem stieg die durchschnittliche Verweildauer im Amt im deutschsprachigen Raum von 6,6 Jahren in 2015 auf 7,8 Jahre. Weltweit mussten 14,9 Prozent der CEOs der 2.500 größten börsennotierten Unternehmen ihren Posten räumen. Als besonders unbeständig erwiesen sich die Schwellenländer Brasilien, Russland und Indien mit einer Fluktuationsrate von 17,2 Prozent. Das sind einige der zentralen Ergebnisse der „2016 CEO Success Study“ von Strategy&, PwCs Strategieberatung. Die Studie, die bereits in ihrer 16. Ausgabe erscheint, untersucht die Veränderungen an der Spitze der 2.500 größten börsennotierten Unternehmen weltweit.

Regulär ausgelaufen
Während vorzeitige Demissionen 2015 noch knapp ein Drittel der CEO-Wechsel ausmachten, waren sie 2016 nur noch bei 18,1 Prozent der Fälle die Ursache. 68,5 Prozent der neu ernannten Vorstandsvorsitzenden gingen 2016 auf regulär auslaufende Verträge oder eine festgelegte Altersobergrenze zurück. In 13,4 Prozent der Fälle lagen Fusionen oder Aufkäufe von Unternehmen zugrunde. „CEO-Wechsel scheinen von den Aufsichtsräten langfristig und strategisch geplant – mit Fokus auf dem Aufbau interner Kandidaten. So wurden im vergangenen Jahr gerade einmal 25 Prozent der neuen Vorstandsvorsitzenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz extern rekrutiert, während es 2015 noch 36 Prozent waren“, kommentiert Dutzler.

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red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 30.05.2017